Mittwoch, 24. August 2016

Tag 22 Oahu - Museum und Pillbox Hike

Liebe Reisebegleiter!

Leider sucht Hawaii heuer ein ungewohntes Ausmaß an Regen heimgesucht und wie und erzählt wurde, herrscht auch eine ganz ungewöhnliche Feuchtigkeit. Da es gestern die ganze Nacht geschüttet hat und Flash Flood Warnungen für ganz Oahu ausgegeben wurden, haben wir den ursprünglich geplanten, steilen Trail abgesagt und uns stattdessen in das Bishop Museum in einem Außenbezirk Honolulus besucht. Dieses Museum wurde vom Ehepaar Bishop errichtet und ist keine staatliche Einrichtung. Die Museumsgebäude befinden sich auf einem Hügel mit schöner Aussicht auf Honolulu und besteht aus mehreren Gebäuden, in denen thematisch getrennte Ausstellungen untergebracht sind.





Begonnen haben wir unseren Besuch in Planetarium, in dem wir wissenswerte Informationen über die Systeme der Erde und die Satelliten, mit denen diese Systeme beobachtet und analysiert werden, erhielten. Beispielsweise kreist die ISS verhältnismäßig sehr nahe an der Erde, weit unter den GPS Satelliten. Am weitesten entfernt sind in aller Regel die Wettersatelliten, damit sie einen größeren Blickwinkel auf die Erde haben. Es wurde zB auch mit grafischer Untermalung dargestellt, mit welchen Mitteln (Radiowellen, Infrarot, Röntgen, etc) die Satelliten messen und man sah einige Beispiele für die gemessenen Daten. Zum Abschluss des Planetariumbesuches sahen wir uns eine Präsentation des aktuellen nächtlichen Sternenhimmels über Hawaii an, bei der wir einige bekannte Bilder wieder sahen. Derzeit kann man über Hawaii mit freiem Auge Saturn, Mars, Venus und Merkur sehen. 

In den hawaiianischen und pazifischen Hallen konnten wir viel über die Geschichte Hawaiis lernen. Bemerkenswert ist etwa, dass im der hawaiianischen Kultur stets Ausgewogenheit besteht, zB zwischen Männern und Frauen, indem es für jeden Gegenpart der Zuständigkeit eines männlichen Gottes einen weiblichen Gott gibt, oder zwischen Herrscher und Untertanen, indem zwar das Volk vom Herrscher abhängig ist, das beherrschte Land aber nur durch die Arbeit des Volkes gedeihen kann. 

In diesen schönen Hallen sind bedeutende Stücke der hawaiianischen Kunst, Kultur und des Alltags ausgestellt und mit Bildern und Videos erklärt. 



Wir haben uns auch eine Sonderausstellung über Haie angesehen, die ja auch vor den Küsten Hawaiis schwimmen. Haie sind wirklich faszinierende Tiere. Es gibt sie schon länger als die Dinosaurier und im Laufe ihrer Entwicklung haben Sie unglaubliche Fähigkeiten entwickelt, so können sie sehr, sehr gut sehen, hören, riechen, spüren, etc. 


Vielerorts wird der Hai ausschließlich als Bedrohung betrachtet oder verspeist, sodass er mittlerweile auf der Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten steht. Das ist wirklich paradox, wenn man bedenkt, dass er - wie gerade erwähnt - schon länger als die Dinosaurier existiert. Der Mensch glaubt aber, die ganze Welt am Land und zu Wasser beherrschen zu müssen und hinterlässt überall seine schädlichen Spuren. 

Oft lässt sich der Mensch auch von Hollywoodfilmen fehlleiten und fürchtet sich mehr als notwendig. Natürlich sollte man die Haie nicht unterschätzen, sondern sie respektieren und ihr Leben und Territorium respektieren. Aber auch wenn man unachtsam ist, und sich versehentlich in von Haien besuchten Gebieten aufhält, beißen der große Weiße und Konsortien nicht unbarmherzig zu. Hier eine ganz interessante Darstellung, in welcher die von den Medien stets unter großem Rummel berichteten Haimorde (die natürlich tragisch sind!) etwas in Relation gesetzt werden: 


(Nach all dem, was wir beobachtet haben, ist Nummer eins tatsächlich mehr als plausibel!)

Natürlich gab es auch eine Ausstellung über Vulkane...


... in der man sogar seinen eigenen Ausbruch simulieren durfte: 


Da die Satellitenbilder für den frühen Nachmittag besseres Wetter prophezeiten, haben wir uns nach der spannenden Fortbildung im Museum (das mit einem Eintritt von $ 22,50 nicht ganz billig ist, aber die Erhaltung ist nicht gratis und es ist wie erwähnt ein privates Museum) auf einen der schönsten Trails begeben. Benannt ist er nach den vom Militär errichteten Bunker.

Der Trail beginnt neben einer Privatstraße im Wohnbezirk Lanikai.



Er führt über einen steilen Anstieg 



auf den Grat eines der zahlreichen grünen Hügel auf Oahu. Von dort genießt man eine wunderschöne Aussicht, wie man sie sonst nur aus Katalogen und Prospekten entsprechender Immobilienmaklerunternehmen kennt. Ein Traum, dieses türkise Meer und die kleinen Inseln. Auf die Inseln kann man auch hinausfahren, da sich einige Leute darauf befanden. Ob sie allerdings in Privatbesitz stehen, wissen wir nicht. Sie sehen einfach toll aus. 

Heute war es übrigens ziemlich heiß, so wie man sich erwartet. Es war aber nur auf den Flanken sehr heiß, am Grat herrschte eine angenehme Brise.






Auf der anderen Seite der Blick ins Landesinnere:


Dieses Bild lässt erahnen, was für einen weiten Blick man aus den Bunkern hat: 



So kunstvoll sehen die Bunker heute aus: 














Dieser Trail zählt wahrlich zu den tollsten überhaupt. Uns ist im übrigen auch sehr positiv aufgefallen, dass die Raumordnungspläne und Flächenwidmungen auf Hawaii mit etwas mehr Bedacht als in anderen Ländern erstellt werden. Ortschaften sind selten in die Berge hinein gebaut und wenn beschränkt es sich auf eine Landzunge, in der die Häuser eng zueinander und optisch aufeinander abgestimmt stehen. Vergeblich sucht man große Werbetafeln, Leuchtreklamen oder Wahlplakate. All dies ist entweder nicht vorhanden oder ganz dezent gehalten. Auch Oahu ist eine traumhafte Insel, die Ansprüche auf den Titel "Paradies" stellen kann. Wir sind ganz begeistert. 

Stay tuned

Esther & Matthias

Dienstag, 23. August 2016

Tag 21 Oahu - Honolulu und Pearl Harbor

Liebe Reisebegleiter!

Ausnahmsweise ging es heute auf keinen Natur-Trail, da wir uns natürlich auch die Hauptstadt Hawaiis, Honolulu, ansehen wollten. 

Das hielt uns allerdings nicht auf, bei einem Scenic Point stehen zu bleiben und einen Blick auf die Gegend um Kailua, unserer "Heimatstadt", zu werfen.


Eigentlich hatten wir geplant, den Tafelberg Diamond Head zu besteigen. Die Touristenmassen und ein voller Parkplatz ("The Lot is full", so eine unfreundliche Parkplatzdame. Unseren Hinweis, dass man auch früher ein Schild anbringen könnte, um darüber zu informieren, hat sie wohl überhört.) 

Das Gute daran war, dass wir schnurstracks in die Stadt aufbrechen konnten und bei einer sehr bedeutenden Straße vorbeigekommen sind:



Honolulu hat knapp über 330.000 Einwohner und ist damit die größte Stadt des Pazifiks. 


Sehr gefallen haben uns die verschiedenen Gebäudetypen der Stadt. 





Wenn man zentral parkt, kann man die "wichtigsten" Highlights sehr gut zu Fuß erkunden. So zum Beispiel die Cathedral of Lady Sorrow. Diese Kathedrale wurde in Ehren an Father Damien errichtet.  Aufmerksamen Lesern wird dieser Name bekannt vorkommen (Stichwort Kalaupapa). 






Sowie in den meisten großen Städten der USA gibt es auch in Honolulu ein Chinatown. Die Märkte in diesem Teil der Stadt sind sehr interessant, es gibt irgendwie nichts was es nicht gibt...for better or worse...Die Früchte waren allerdings preisgünstig.





Im Businessteil der Stadt finden sich viele spannende architektonische Bauten, die irgendwie an einen Themenbereich in einem Freizeitpark erinnern. Alles ist sehr ordentlich und es wird Bedacht darauf gelegt, dass alles perfekt aussieht. Lustig jedenfalls, dass auch die Bankangstellten und andere Businessleute Hawaiihemden tragen. Das gehört anscheinend zum guten Ton.





Der Aloha Tower war zu seiner Eröffnung Anfang der 1920er Jahre der höchste Bau Hawaiis. 



Heute kann man umsonst in den zehnten Stock des Turmes fahren, wo es schöne Aussichten zu bewundern gilt.







Der Iolani Palace ist die ehemalige königliche Residenz Hawaiis. Bis 1894 war Hawaii ein Königreich, die Republik, welche im Anschluss ins Leben gerufen wurde, diente dem Ziel der Annexion durch die USA. 1959 wurde Hawaii schließlich deren 50.Bundesstaat. 






Hier das königliche Wappen Hawaiis:



Ein Besuch in Pearl Harbor gehört wohl zu jedem Honolulu Aufenthalt dazu. Wir werden euch nicht mit historischen Fakten zuschütten, da wohl jeder weiß, dass der Angriff Japans Anlaß für die Vereinigten Staaten war, in den zweiten Weltkrieg einzutreten. 


Für die einzelnen "Monumente" (Memorials von jenen drei Kriegsschiffen, welche nicht mehr wiederhergestellt werden konnten) bedarf es eigener Tickets, die gratis vom NPS ausgegeben werden. Wer allerdings nicht um 6 Uhr früh auf die Ausgabe warten möchte, sollte diese Tickets per Internet um $ 1,5 lösen. 

Wir haben uns im Voraus für den Besuch der zerstörten USS Arizona entschieden. Dieses Schiff wurde gleich zu Beginn des überraschenden Angriffs zerstört. Viele gefallene Soldaten sind mit dem Wrack untergegangen und haben darin ihre letzte Ruhestätte gefunden. Auch die wenigen Überlebenden werden in einer Urne im Wrack beigesetzt.

Nach einem sehr gut gemachten Film mit viel historischem Filmmaterial ging es mit einem Schiff der US Navy zum Memorial, welches sich direkt über der Arizona befindet.




Einige Teile des Wracks ragen über den Wasserspiegel.



Heute noch tritt Öl aus dem Wrack aus. 


Diverse Kriegsschiffe zeugen davon, dass der Park unter anderem von der US Navy betrieben wird.





Natürlich haben wir uns auch Waikiki angesehen, da es ja wirklich ein bekannter Ort ist. Fotos gibt es allerdings keine, was einen guten Grund hat: Es ist eindeutig nicht unsere Gegend! Es tummeln sich wahnsinnig viele Touristen in den Schluchten der Hochhäuser, der Strand ist gesäumt von Zelten und Buden, die meisten Hotels liegen nicht am Strand, die Hauptstraße geht direkt am Strand vorbei, etc. Umso glücklicher sind wir über unsere BnB Wahl an unserem Strand, der frei von Hochhäusern, Touristenmassen und anderen Grauslichkeiten ist.:)

Wie zur Bestätigung, präsentierten sich diese Wasserfälle kurz vor der Ankunft in Kailua im freudigster Pracht. 


Alles Liebe

Matthias & Esther